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Willkommens-Text

Im Tab Erscheinungsbild "Col 8" ausgewählt.

Die Prägung des Gutachheims ist hauptsächlich auf die „Tanten“ Frieda und Johanna zurückzuführen. Die beiden ledigen Frauen, die viele Jahre ihres Lebens der Betreuung von Menschen im Gutachheim widmeten, wurden liebevoll „Tanten“ genannt. Nur wenige kennen ihren Nachnamen.

Das über 80 Jahre alte Haus wurde jahrelang als Gästehaus des Jugendverbands „Entschieden für Christus“ (EC) geführt. So war es ein begehrtes Reiseziel von zahlreichen Jugendgruppen, die die besondere Lage und den guten Service im Haus schätzten.

Tante Johanna und Tante Frieda führten den Betrieb nach besten Kräften – auch durch die schweren Kriegsjahre hindurch. Die schwierigste Zeit für das Gästehaus waren die Nachkriegsjahre. Nachdem die Kriegszeit endlich überstanden war, musste das Gutachheim als Folge des Krieges noch zusätzlich Schaden erleiden. Die Tanten wurden ausquartiert und mussten den Soldaten der Besatzermächte Platz machen. Als schließlich auch diese Zeit vorüber war, erhielten die beiden ein völlig heruntergewirtschaftetes Gästehaus zurück. In der Festschrift zum 25-jährigen Jubiläum heißt es: „Im Frühjahr 1947 durfte das Haus nach einer gründlichen Renovierung unter allgemeiner Beteiligung der Talbewohner und einiger herbeigeeilter Gäste durch den Ortspfarrer neu eingeweiht werden“. Die Frauen nahmen die Herausforderung an und konnten den Gästebetrieb mit großer persönlicher Aufopferung aus der harten Zeit herausführen.

Doch bald wurden sie auf eine weitere Probe gestellt, in der ihre Existenz auf dem Spiel stand. Das Gutachheim sollte verkauft werden, was die Entlassung der Frauen zur Folge haben würde. Sie wagten das fast Unmögliche: Mit Hilfe eines Kredits von guten Freunden übernahmen sie selbst das Gästehaus und führten es auf eigene Verantwortung weiter. Dank der vielen Gäste, die großenteils auch persönliche Freunde der Frauen waren, konnten über die Jahre die Schulden getilgt werden.

Für ein christliches Gästehaus war es selbstverständlich, dass den Urlaubern Andachten und Versammlungen angeboten wurden. Jedermann war eingeladen, daran teilzunehmen. Das hatte auch Auswirkungen auf die Gutacher Bevölkerung. Oft übernahmen Pfarrer und Prediger, die gerade zu Gast waren, diese Aufgabe. Und wenn einmal kein Verkündiger zur Verfügung stand, übernahm eben Tante Frieda die Predigt.
Ganz besonders aber lagen den Tanten Kinder und Jugendliche am Herzen. In all den Jahren gab es im Gutachheim lebendige Jungschar- und Jugendstunden.

So hat sich im Lauf der Jahre eine örtliche Gemeinschaft entwickelt, die gleichermaßen im EC und im Liebenzeller Gemeinschaftsverband verwurzelt war. Ihr langjähriger Leiter Karl Lehmann setzte sich in der Verkündigung ein und stand für das Gästehaus immer mit Rat und Tat zur Verfügung.

Als die beiden Frauen verstarben, musste der Gästebetrieb eingestellt werden.

Das Gutachheim gehört heute dem Liebenzeller Gemeinschaftsverband. Das alte Schwarzwaldhaus wurde nach und nach umgestaltet und beherbergt nun die Liebenzeller Gemeinschaft Gutach. Aus den Gästezimmern wurden zwei Wohnungen.

Menschen im Gutachheim